Eine Bohrspitzenmatrize ist ein Präzisionswerkzeug aus Hartmetall oder Schnellarbeitsstahl, das in der Kaltumformung verwendet wird, um die selbstbohrende Spitze auf selbstschneidenden Schrauben (auch TEK-Schrauben oder DIN 7504 Schrauben genannt) zu formen. Während der Produktion klemmen sich ein Paar abgestimmter Matrizen mit hoher Geschwindigkeit gegen den rotierenden Schraubenrohling und formen die Spitze durch Kaltumformung in eine scharfe, mehrfach genutete Bohrgeometrie — ohne Materialabtrag oder Schneiden.
Die resultierende selbstbohrende Spitze ermöglicht es der fertigen Schraube, Stahl, Aluminium und andere Metallsubstrate ohne vorgebohrtes Pilotloch zu durchdringen, wodurch ein separater Bohrschritt entfällt und die Montageeffizienz im Bauwesen, in der HLK-Technik, bei Dacheindeckungen und im Leichtstahlbau weltweit drastisch gesteigert wird.
Die Matrizenqualität wirkt sich direkt auf die Schraubenproduktion und die Konsistenz aus. Hochwertige Werkzeuge mit präziser Geometrie und spiegelpolierten Nutflächen erzeugen sauberere Bohrspitzen, reduzieren Ausschussraten und verlängern die Intervalle zwischen Matrizenwechseln. Deshalb wählen Schraubenhersteller weltweit spezialisierte Matrizenbauer mit fundierter Kaltumformexpertise gegenüber generischen Werkzeuglieferanten.
Matrizen-Materialien
- •Hartmetall (WC) — maximale Härte (HRA 90+), längste Lebensdauer, ideal für Großserienproduktion
- •SKH-Schnellarbeitsstahl (M2 / M9 / M51) — kosteneffizient für kleinere Produktionsläufe, ausgezeichnete Zähigkeit
Matrizen-Serie: L1 bis L6
Bohrspitzenmatrizen werden in sechs Serien nach Nutlänge klassifiziert. L1–L2 formen kleinere Schrauben (IFI #4–#8, Nut 2.7ℓ–4.0ℓ), L3–L4 decken den mittleren Bereich ab (#8–#12, bis 11.7ℓ), und L5–L6 bewältigen die größten Hochleistungsschrauben (#12–#14, Nutlängen bis 17.7ℓ). Die Wahl der richtigen Serie gewährleistet optimale Bohrleistung und verhindert vorzeitigen Werkzeugverschleiß.